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Ich bin Betrugsopfer – was kann ich jetzt tun?

Hast du Rechnungen für Einkäufe erhalten, die du nie getätigt hast? Oder liegt bereits ein Inkassoschreiben in deinem Briefkasten, obwohl du gar nichts bestellt hast? Dann bist du möglicherweise Betrugsopfer geworden. Wenn Kriminelle deine personenbezogenen Daten nutzen, um Waren oder Dienstleistungen in deinem Namen zu bestellen, spricht man von Identitätsdiebstahl.

Je früher du den Identitätsdiebstahl meldest, betroffene Unternehmen informierst und deine Konten schützt, desto besser lassen sich weitere Schäden verhindern. In diesem Ratgeber erfährst du, was du bei Betrug tun kannst, wie du Identitätsdiebstahl erkennst, wie du Betrug meldest und welche Maßnahmen helfen, deine persönlichen Daten künftig besser vor Online-Betrug und Phishing zu schützen.

Redaktions-Team | Sept. 17, 2026 7 min
Bin ich ein Opfer von Betrügern geworden?

Was sollte ich als Betrugsopfer sofort tun?

Wenn du vermutest, dass jemand deine Identität für Einkäufe missbraucht hat, solltest du sofort handeln. Kontaktiere das betroffene Unternehmen oder Inkassounternehmen, melde den Betrug, sichere deine Konten und bewahre alle wichtigen Unterlagen auf. Je früher du reagierst, desto besser lassen sich weitere Schäden begrenzen.

Sofortmaßnahmen bei Betrug

  1. Kontaktiere das betroffene Unternehmen oder Inkassounternehmen so schnell wie möglich.
  2. Melde den vermuteten Identitätsdiebstahl bei der Polizei.
  3. Sichere deine Benutzerkonten, ändere deine Passwörter und aktiviere – wenn möglich – die Zwei-Faktor-Authentifizierung.
  4. Informiere deine Bank und gegebenenfalls Auskunfteien, wenn deine Zahlungsdaten betroffen sein könnten.
  5. Bewahre alle Unterlagen und den gesamten Schriftverkehr zu dem Fall sorgfältig auf.

 

Die wichtigsten Fragen im Überblick

  • Wie erkennt man einen Identitätsdiebstahl?
  • Was tun, wenn jemand auf meinem Namen eingekauft hat?
  • Was tun, wenn bereits ein Inkassoverfahren läuft?
  • Wie kann ich Betrug melden oder einen Identitätsdiebstahl melden?
  • Wie schütze ich meine persönlichen Daten vor Online-Betrug?
  • Wie gehe ich bewusst mit sensiblen Daten um?
  • Welche Schutzmaßnahmen helfen online und offline?

 

Wie erkennt man einen Identitätsdiebstahl?

Von Identitätsdiebstahl spricht man, wenn jemand deine personenbezogenen Daten ohne deine Zustimmung nutzt – zum Beispiel, um Online-Bestellungen aufzugeben, Kundenkonten zu eröffnen oder Finanzprodukte in deinem Namen abzuschließen. Mehr darüber, wie Identitätsdiebstahl funktioniert, erfährst du in unserem Ratgeber zum Thema Identitätsdiebstahl.

Wenn du den Verdacht hast, dass deine Identität missbraucht wurde, solltest du schnell handeln. Je früher du den Vorfall meldest, desto größer ist die Chance, den Schaden zu begrenzen und weiteren Missbrauch zu verhindern.

Folgende Anzeichen können auf einen Identitätsdiebstahl hindeuten:

  • Unbekannte Abbuchungen von deinem Bankkonto.
  • Rechnungen oder Zahlungsaufforderungen für Einkäufe, die du nie getätigt hast.
  • Inkassoschreiben zu dir unbekannten Bestellungen.
  • Deine Zugangsdaten funktionieren plötzlich nicht mehr, weil
  • Kontoinformationen geändert wurden.
  • Du erhältst Benachrichtigungen über neue Kundenkonten oder Verträge, die du nie abgeschlossen hast.

Wichtig

Falls du Opfer eines Identitätsdiebstahls bist und deshalb Post von uns erhalten hast, kontaktiere uns bitte direkt. So können wir den Fall prüfen und weitere Unannehmlichkeiten vermeiden.

Am schnellsten erreichst du uns über unser Kontaktformular. Wähle dort den Punkt „Betroffener von Identitätsdiebstahl“ aus, damit dein Anliegen direkt an das zuständige Spezialisten-Team weitergeleitet wird.

Was tun, wenn jemand auf meinen Namen eingekauft hat?

Wenn jemand deine Identität genutzt hat, um Waren oder Dienstleistungen zu bestellen, solltest du den Vorfall nicht ignorieren. Je früher du den Betrug meldest und die betroffenen Unternehmen informierst, desto einfacher lässt sich der Fall aufklären und weiterer Schaden verhindern.

1. Kontaktiere das Unternehmen oder Inkassounternehmen sofort

Hast du ein Inkassoschreiben von Riverty oder einem anderen Inkassounternehmen erhalten, obwohl du die Bestellung gar nicht aufgegeben hast? Dann solltest du dich umgehend beim Absender melden. Ignorierst du das Schreiben, kann sich die Klärung unnötig verzögern.

Indem du das Unternehmen oder Inkassounternehmen frühzeitig informierst, machst du deutlich, dass die Bestellung nicht von dir stammt. Gleichzeitig unterstützt du die weitere Aufklärung des Falls.

Sollte bereits ein gerichtliches Mahnverfahren eingeleitet worden sein, achte unbedingt auf die genannten Fristen. Hast du beispielsweise einen Mahnbescheid erhalten, kannst du innerhalb der gesetzlichen Frist Widerspruch einlegen.

Möchtest du wissen, welche Auswirkungen ein Inkassoverfahren auf deine Bonität haben kann, erfährst du in unserem Ratgeber mehr darüber, wann ein Inkassoverfahren zu einem SCHUFA-Eintrag führen kann.

2. Melde den Betrug bei der Polizei und sichere Beweise

Wenn du Betrugsopfer geworden bist, solltest du den Identitätsdiebstahl melden und möglichst zeitnah Anzeige bei der Polizei erstatten.

Wenn Riverty deinen Fall bearbeitet, können wir dir ein vorausgefülltes Anzeigeformular mit den relevanten Informationen zum Vorgang zur Verfügung stellen. Dieses kannst du deiner Anzeige beifügen.

Ist dir die verantwortliche Person nicht bekannt, kannst du Anzeige gegen Unbekannt erstatten. Die zuständigen Behörden prüfen anschließend, ob sich der Täter ermitteln lässt.

Bewahre außerdem alle Unterlagen sorgfältig auf. Dazu gehören beispielsweise:

  • deine Strafanzeige oder das Aktenzeichen,
  • der Schriftwechsel mit dem Unternehmen oder Inkassounternehmen,
  • Rechnungen, Mahnungen und Inkassoschreiben,
  • E-Mails oder Screenshots, die mit dem betrügerischen Einkauf zusammenhängen.

Diese Dokumente können später als Nachweis gegenüber Gläubigern, Banken oder anderen Stellen erforderlich sein.

Wird der Fall besonders komplex oder ist ein hoher finanzieller Schaden entstanden, kann zusätzlich eine rechtliche Beratung sinnvoll sein.

3. Schütze deine persönlichen Daten und Online-Konten

Nach einem Identitätsdiebstahl solltest du alle betroffenen Benutzerkonten absichern.

Ändere umgehend deine Passwörter und sperre Konten, deren Zugangsdaten möglicherweise kompromittiert wurden. Viele Anbieter stellen dafür rund um die Uhr Hotlines oder Online-Sperrservices zur Verfügung.

Achte darauf, für jedes Konto ein eigenes, möglichst langes Passwort zu verwenden. Sichere Passwörter bestehen aus einer Kombination von Buchstaben, Zahlen und Sonderzeichen. Besonders empfehlenswert sind außerdem:

  • die Zwei-Faktor-Authentifizierung,
  • ein Passwort-Manager zur sicheren Verwaltung deiner Zugangsdaten,
  • unterschiedliche Passwörter für verschiedene Dienste.

Überlege außerdem, wie Kriminelle an deine Daten gelangt sein könnten. Häufig steckt Phishing dahinter – etwa durch gefälschte E-Mails, SMS oder Webseiten, die darauf abzielen, persönliche Informationen oder Zugangsdaten zu stehlen.

Öffne deshalb keine Links von unbekannten Absendern und gib vertrauliche Daten niemals auf Webseiten ein, deren Echtheit du nicht sicher überprüfen kannst.

4. Informiere deine Bank, Auskunfteien und dein persönliches Umfeld

Die Folgen eines Identitätsdiebstahls beschränken sich häufig nicht auf einen einzelnen betrügerischen Einkauf.

Informiere deshalb umgehend deine Bank, wenn deine Kontodaten oder Zahlungsinformationen betroffen sein könnten. Sie kann dein Konto überwachen, zusätzliche Sicherheitsmaßnahmen empfehlen und dich vor weiterem Missbrauch schützen.

Auch Auskunfteien wie die SCHUFA solltest du informieren. Sie können in vielen Fällen Betrugswarnungen hinterlegen, damit weitere Anträge oder Vertragsabschlüsse unter deinem Namen schneller erkannt werden.

Informiere außerdem Freunde und Familie über den Vorfall. Haben Kriminelle Zugriff auf dein E-Mail-Konto oder deine Social-Media-Accounts erhalten, könnten sie versuchen, sich als du auszugeben und deine Kontakte zu täuschen.

Wichtig

Bewahre alle Unterlagen zum Identitätsdiebstahl sorgfältig auf – dazu gehören Briefe, E-Mails, Kontoauszüge, Anzeigen und weitere Nachweise. Eine vollständige Dokumentation erleichtert es, später nachzuweisen, dass die Einkäufe oder Forderungen nicht von dir stammen.

Wie kannst du deine persönlichen Daten vor Online-Betrug schützen?

Einen vollständigen Schutz vor Online-Betrug oder Identitätsdiebstahl gibt es leider nicht. Mit einigen einfachen Maßnahmen kannst du das Risiko jedoch deutlich verringern, Betrugsopfer zu werden.

Dabei gilt:

  • Sofortmaßnahmen helfen, den Schaden nach einem Identitätsdiebstahl zu begrenzen.
  • Vorbeugende Maßnahmen helfen, das Risiko für zukünftigen Datenmissbrauch zu reduzieren.

 

Gehe bewusst mit deinen persönlichen Daten um

Je weniger personenbezogene Daten du unnötig preisgibst, desto geringer ist das Risiko, dass sie missbraucht werden.

Achte deshalb auf folgende Punkte:

  • Gib nur die personenbezogenen Daten an, die wirklich erforderlich sind.
  • Prüfe vor der Weitergabe deiner Daten, ob das Unternehmen vertrauenswürdig ist. Ein Blick ins Impressum, die Datenschutzerklärung und die Bewertungen anderer Nutzer kann dabei helfen.
  • Überlege, ob die abgefragten Informationen für den jeweiligen Service tatsächlich notwendig sind.
  • Sind Angaben freiwillig – beispielsweise dein Geburtsdatum beim Online-Shopping –, kannst du sie oft einfach weglassen.

Mehr darüber, wie personenbezogene Daten missbraucht werden können, erfährst du in unserem Ratgeber zum Thema Identitätsdiebstahl.

 

Vorsicht vor Phishing und verdächtigen Nachrichten

Viele Fälle von Identitätsdiebstahl beginnen mit Phishing – etwa durch gefälschte E-Mails, betrügerische Webseiten oder fingierte Anrufe.

Sei besonders vorsichtig, wenn du aufgefordert wirst, vertrauliche Informationen preiszugeben, zum Beispiel:

  • Passwörter,
  • Einmalcodes zur Anmeldung,
  • Bank- oder Zahlungsdaten,
  • Kopien von Ausweisdokumenten,
  • deine Anschrift oder dein Geburtsdatum.

Seriöse Unternehmen fordern sensible Informationen in der Regel nicht unaufgefordert per E-Mail, SMS oder Telefon an. Wie du sicher online einkaufst, erfährst du in unserem Blogartikel.

 

So schützt du dich online und offline

Online-Schutz

Offline-Schutz

Verwende starke, individuelle Passwörter.

Nutze für jedes wichtige Konto ein eigenes Passwort und verzichte auf leicht zu erratende Informationen wie Geburtsdaten oder Namen. Passwort-Manager helfen dabei, sichere Passwörter zu erstellen und zu verwalten.

Behalte deine Finanzen im Blick.

Kontrolliere regelmäßig deine Konto- und Kreditkartenabrechnungen, damit dir unberechtigte Abbuchungen schnell auffallen.

 

Aktiviere die Zwei-Faktor-Authentifizierung. 

Wo immer möglich, solltest du deine Konten durch einen zweiten Bestätigungsschritt zusätzlich absichern.

Vernichte vertrauliche Dokumente sicher.

Schreddere Unterlagen mit personenbezogenen Daten, bevor du sie entsorgst – zum Beispiel Kontoauszüge, Versicherungsunterlagen oder abgelaufene Ausweisdokumente.

Halte deine Geräte aktuell. 

Installiere Updates für Betriebssystem, Browser und Sicherheitssoftware möglichst zeitnah, um bekannte Sicherheitslücken zu schließen.

Bewahre wichtige Dokumente sicher auf.

Lagere Reisepässe, Verträge, Finanzunterlagen und andere sensible Dokumente an einem geschützten Ort, zum Beispiel in einem abschließbaren Schrank oder Safe.

Vermeide ungesicherte WLAN-Netzwerke für sensible Vorgänge.

Nutze Online-Banking oder gib vertrauliche Daten möglichst nicht über öffentliche Netzwerke ein.

Verschaffe dir einen Überblick über deine gespeicherten Daten.

Du hast das Recht, bei Unternehmen eine Selbstauskunft anzufordern. Sind Daten fehlerhaft oder veraltet, kannst du ihre Berichtigung oder Löschung verlangen.

Prüfe die Berechtigungen von Apps. 

Bevor du eine App installierst, solltest du kontrollieren, auf welche Daten sie zugreifen möchte und ob diese Zugriffe wirklich notwendig sind.

 

 

Das Wichtigste auf einen Blick

Wenn du Betrugsopfer geworden bist, solltest du möglichst schnell handeln. Denke daran,

  • das betroffene Unternehmen oder Inkassounternehmen sofort zu kontaktieren,
  • den Identitätsdiebstahl bei den zuständigen Behörden zu melden,
  • deine Konten zu sichern und kompromittierte Passwörter zu ändern,
  • deine Bank und gegebenenfalls Auskunfteien zu informieren,
  • alle Unterlagen und den gesamten Schriftverkehr aufzubewahren,
  • deine Konten auch in den folgenden Wochen auf verdächtige Aktivitäten zu überprüfen.

Je früher du reagierst, desto besser kannst du weiteren Missbrauch deiner personenbezogenen Daten verhindern und den Fall aufklären.

Häufig gestellte Fragen