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Weltfrauentag – so regeln Frauen ihre Finanzen

Sie ist gebildet. Sie hat einen guten Job. Sie hat ihre eigenen Einnahmen, spart ihr eigenes Geld und plant ihre eigenen Ausgaben. Wie viele andere Frauen. Dann wird sie Mutter – und steht plötzlich vor einer großen Herausforderung: Wie bekommt sie Mutterschaft und Karriere unter einen Hut? Verdient ihr Mann mehr Geld als sie, ist die Sache schnell klar. Und hier beginnt das Problem.

Redaktions-Team Back in Flow | März 6, 2023 5 min
Ein Screenshot von einem Online-Meeting, in dem viele Riverty Mitarbeiter:innen lächelnd zu sehen sind

Was ist der Weltfrauentag?

Am 8. März ist Weltfrauentag. Dieser Tag soll die Aufmerksamkeit auf die Gleichberechtigung von Frauen und Männern lenken. In allen Lebensbereichen. Auch wenn es um Finanzen geht, wünschen wir uns gleiche Chancen für Frauen und Männer. Denn Geld ist längst keine “Männersache” mehr.

Dennoch haben Frauen, wenn es um Geld oder Finanzen geht, mit geschlechtsspezifischen Benachteiligungen zu kämpfen. Manche vertrauen noch immer auf alte Stereotype, die Frauen ihre finanzielle Kompetenz absprechen. Die Tatsache, dass die Finanzbranche nach wie vor von Männern dominiert wird, verstärkt diesen Eindruck oft.

Aber stehen Frauen Männern in Sachen Finanzen wirklich nach? Darauf gibt es eine klare Antwort: Nein, ganz im Gegenteil. Selbst ist die Frau – und darum ist es wichtig, als Frau den Mut zu haben, die eigenen Finanzen selbst in die Hand zu nehmen.

1. Finanzielle Herausforderungen für Frauen

Gender Pay Gap

Frauen haben es nicht immer leicht: Nach wie vor stehen sie im beruflichen und finanziellen Leben vielen Herausforderungen gegenüber. Vor allem bei der Höhe ihres Gehalts werden Frauen noch immer benachteiligt. Der Gender Pay Gap beschreibt den Verdienstunterschied zwischen Männern und Frauen pro Stunde. Im Jahr 2022 lag der Unterschied nach Angaben des statistischen Bundesamts in Deutschland bei insgesamt rund 18%.

Und woran liegt das?

Erstens sind Frauen generell häufiger in schlechter bezahlten Berufen tätig als Männer. Der zweite Grund sind Mutterschaft und Elternzeit. Nach wie vor sind es meistens die Frauen, die nach der Elternzeit in Teilzeit bleiben. Weil der Mann meist besser verdient, bleibt er beim Vollzeitjob. Frauen verlieren so an Sichtbarkeit im Unternehmen. Und erreichen darum auch seltener Führungspositionen. Die Folge? Der Gender Pay Gap wird größer und größer.
Andererseits verdienen Frauen auch dann weniger Geld als Männer, wenn sie in der gleichen beruflichen Position sind und einen ähnlichen Werdegang aufweisen. Und hier wird es besonders problematisch: Denn dieser sogenannte bereinigte Gender Pay Gap lag 2022 noch immer bei 7%.

Gender Pension Gap

Und das ist noch nicht alles: Schon gewusst, dass Frauen deutlich weniger Rentenzahlungen als Männer erhalten? In Europa betrug der Unterschied im letzten Jahr beinahe 25%. Diese Rentenlücke wird als Gender Pension Gap bezeichnet. Und daraus entsteht ein gravierendes Problem: statistisch gesehen leben Frauen im Durchschnitt nämlich länger als Männer, haben aber gleichzeitig eine niedrigere Rente. Altersarmut ist damit also besonders für Frauen eine Gefahr – und macht finanzielle Absicherung wichtiger denn je.

2. Aktuelle Entwicklungen im Bereich Finanzen und Anlage

Die gute Nachricht: Immer mehr Frauen erkennen ihr eigenes Potenzial und die Notwendigkeit, sich selbst mit ihren Finanzen auseinanderzusetzen. Studien des deutschen Aktieninstituts zeigen, dass der Anteil weiblicher Aktionäre kontinuierlich zunimmt – und die Zuwachsrate sogar die der männlichen Aktionäre übersteigt.

Dennoch ist nur rund ein Drittel der Anleger*innen weiblich. Female Empowerment und Inklusion von Frauen in die Welt der Finanzen sind darum nach wie vor von großer Bedeutung.

3. Frauen und Finanzen: Wie anders finanzieren Frauen wirklich?

Der Bundesverband deutscher Banken hat untersucht, wie Frauen finanzieren. Und ob sie dabei anders denken und vorgehen als Männer. Die Ergebnisse? Tatsächlich scheint es einige Unterschiede im Finanzverhalten zwischen Männern und Frauen zu geben:

1. Frauen präferieren Sicherheit und Langfristigkeit bei der Geldanlage, während Männer eher mehr Wert auf eine hohe Rendite legen.

2. Frauen sind im Gegensatz zu Männern oft nicht bereit, hohe Risiken bei der Geldanlage einzugehen. Darum handeln sie im Durchschnitt zurückhaltender.

3. Frauen sind in Finanzierungsangelegenheiten tendenziell geduldiger und handeln überlegter. Sie legen dabei mehr Wert auf eine persönliche Beratung als Männer.

4. Frauen investieren in andere Produkte und Bereiche als Männer, nachhaltige Anlagen spielen für sie eine größere Rolle.

5. Frauen sparen im Monat weniger Geld. Schuld daran ist unter anderem der Gender Pay Gap: Wer weniger verdient, kann weniger Geld zurücklegen.

6. Allgemein interessieren sich Frauen weniger für Wirtschafts- und Finanzthemen. Und was heißt das? Jedenfalls nicht, dass Frauen schlechter mit Geld umgehen können als Männer.

 

Wichtig zu beachten: die Ergebnisse beschreiben allgemeine Unterschiede und können nicht auf einzelne, individuelle Personen übertragen werden.

 

Und was heißt das? Jedenfalls nicht, dass Frauen schlechter mit Geld umgehen können als Männer. 

4. Frauen und Geldanlage: Den Männern überlegen?

Viele geschlechtstypische Eigenschaften kommen Frauen bei der Geldanlage sogar sehr zugute. Untersuchungen des US-amerikanischen Finanzdienstleistungsanbieters Fidelity Investments zeigen, dass Frauen über die letzten 10 Jahre hinweg mehr Renditen erzielt haben als ihre männlichen Mit-Investoren. Damit kann das Klischee, dass Frauen in Finanzangelegenheiten schlicht und einfach schlechter seien als Männer, endgültig vom Tisch gekehrt werden.

5. Finanzberatung für Frauen: sinnvoll oder Verstärkung von Vorurteilen?

Auch Banken und Finanzberatungen entdecken mehr und mehr, dass Frauen eben doch ein Händchen für Finanzen haben. Sie bieten immer häufiger sogenannte Frauenfinanzberatungen an. Sie sollen Frauen über Finanzen aufklären und sie unterstützen, finanziell unabhängig zu werden.

Das Konzept hilft vielen Frauen einen ersten Schritt in die Welt der Finanzen zu wagen. Allerdings kann es problematisch werden, wenn Berater*innen unbewusst Klischees verwirklichen oder Vorurteile die Beratung beeinflussen. Hat der Berater oder die Beraterin geschlechtsspezifische Rollenbilder verinnerlicht, beraten sie demensprechend auf Basis dieser Wahrnehmung. Zum Beispiel werden Frauen dann nur risikoärmere Anlagen vorgestellt und ihre individuellen Vorlieben und Eigenschaften vernachlässigt.

Einerseits sind Frauenfinanzberatungen also eine gute Möglichkeit für Frauen, sich über Finanz- und Wirtschaftsthemen zu informieren. Andererseits zeigen diese Konzepte, dass Frauen im Bereich Finanzen nach wie vor anders behandelt werden als Männer. Frauen sollten also darauf achten, dass ihre Beratung auch ihre persönlichen Wünsche berücksichtigt.

Finanztipps (nicht nur) für Frauen

Wir möchten Frauen auf ihrem Weg zur finanziellen Unabhängigkeit unterstützen. Darum haben wir ein paar Tipps für alle, die ihre Finanzen gern selbst in die Hand nehmen wollen:

1. Sich informieren

Der erste Schritt ist offensichtlich. Wer sich mit Finanzen beschäftigen möchte, braucht erstmal ein ausreichendes Grundwissen. Du musst wissen, welche Möglichkeiten es gibt und welche für dich in Frage kommen. Du brauchst Kenntnisse über die aktuelle Marktsituation. Du solltest wissen, wie Investments funktionieren. Und wie du am besten Geld anlegen kannst. Dabei helfen dir zahlreiche Internetforen, Wirtschafts- und Finanzmagazine oder auch persönliche Berater*innen.

2. Früh investieren

Wenn Anleger*innen etwas bereuen, dann dass sie zu spät angefangen haben, zu investieren. Natürlich ist es nie zu spät, sich finanziell abzusichern. Doch je früher du damit beginnst, desto besser stehen deine Chancen.

3. Finanz- und Budgetplanung

Neben Investitionen und Anlagen solltest du auch deine aktuellen Einkünfte und Finanzen gut managen. Das A und O ist hier eine umfassende Planung. Behalte deine Einnahmen und Ausgaben im Blick, damit du weißt, wie viel Geld du zurücklegen kannst. Dafür kannst du zum Beispiel Haushaltsbudgets erstellen. Ein eigenes Konto ist besonders hilfreich, um alle deine Ausgaben im Überblick zu behalten und hilft dir, dich finanziell unabhängig zu machen.

4. Finanziellen Puffer festlegen

Notfälle kann es immer geben: Plötzlich ist der Kühlschrank kaputt oder die Autoversicherung wird fällig. Darum solltest du immer einen ausreichenden Geld-Puffer auf dem Konto haben. Die Grenze kannst du individuell festlegen – je nachdem wie es dir möglich ist. So bist du im Fall der Fälle nicht auf finanzielle Unterstützung anderer angewiesen.

5. Selbstbewusst sein

Last but not least: Glaubt an euch und eure Kompetenz und macht euch klar, was genau ihr wollt. Traut euch Eigeninitiative zu zeigen, statt alle finanziellen Aufgaben aus der Hand zu geben. Anfängliche Unsicherheiten sind ganz normal – auch hier unterstützen euch Berater*innen. Außerdem ist Vertrauen in die eigenen Fähigkeiten wichtig, um die Rollenstereotype zu verlassen. Zeigt der Finanzwelt, was in euch steckt.