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Versicherungen: Gut beschützt - aber nicht zu teuer

Deutsche schließen gerne Versicherungen ab. Im internationalen Vergleich gelten sie deswegen aber auch als überversichert, denn nicht alle Versicherungsverträge sind gleich sinnvoll. Wir sagen dir, was es zu beachten gilt, damit du gut abgesichert bist – und gleichzeitig Geld sparen kannst.

Redaktions-Team | Feb. 2, 2023 4 min
Ein Mann sitzt lächelt am Tisch und telefoniert

Versichern kannst du dich gegen alles Mögliche. Doch nur wenige Versicherungen sind für jede:n notwendig, einige kannst du abschließen, andere passen nicht zu deiner Situation. Denn unterschiedliche Lebenssituationen verlangen nach verschiedenen Versicherungen.

Laut Statista gaben im Jahr 2021 private Haushalte in Deutschland durchschnittlich 130 € im Monat für freiwillige Versicherungen aus. Ein guter Anlass, um jetzt noch einmal bei den eigenen Versicherungen genauer hinzuschauen, damit du am Ende nicht zu den Verbraucher:innen gehörst, die eigentlich unterversichert sind, obwohl sie sehr viel Geld für Versicherungen ausgeben.

Die Privathaftpflichtversicherung ist wichtig

Abgesehen von der Krankenversicherung, die in Deutschland verpflichtend ist, halten Verbraucherschützende in erster Linie eine Privathaftpflichtversicherung für nötig. Vor allem sollte man nämlich die Schäden absichern, die zu hoch sind, um sie selbst bezahlen zu können. Alle Risiken, welche die Existenz bedrohen, müssen also zuerst abgesichert werden.

Musst du dich zum Beispiel für einen Unfall verantworten, bei dem jemand stark zu Schaden gekommen ist und deswegen im Rollstuhl sitzt, kommen leicht sehr hohe Summen zusammen. In solchen Fällen ist es ratsam, versichert zu sein. Ein Vorteil der Haftpflichtversicherung ist, dass sie zugleich immer auch als „passive Rechtsschutzversicherung“ dient. Wenn jemand behauptet, du hättest einen Schaden verursacht, musst du dich nicht lange streiten. Verweise die Person an deine Versicherung. Die Versicherung prüft aus eigenem Interesse stets, ob eine Forderung auch tatsächlich berechtigt ist, und versucht, Zahlungen eher abzuwehren.

Auch die eigenen Kinder sind bei der Privathaftpflichtversicherung über den Familientarif der Eltern mitversichert – bis zum Ende von Ausbildung oder Studium, maximal bis zum 25. Lebensjahr. In Familien braucht nur ein Elternteil einen Familienvertrag.

 

Eigene Arbeitskraft absichern

Eine andere, aber ebenfalls sehr wichtige Versicherung haben jedoch nur die Wenigsten: Die Berufsunfähigkeitsversicherung. Sie schützt dich, wenn du nicht mehr arbeiten kannst. Vor allem für Berufsstarter ist sie nützlich. Je früher du eine Berufsunfähigkeitsversicherung abschließt, desto besser. Ein Abschluss in jungen Jahren, etwa noch als Schüler:in, erhöht die Chance auf eine leistungsstarke und günstige Police – einen Versicherungsschein –, rät Stiftung Warentest. Beim Abschluss ist die wahrheitsgemäße Beantwortung zahlreicher Gesundheitsfragen notwendig. Je jünger du bist, desto gesünder bist du in der Regel auch. Danach bemessen sich die Beiträge – auch in der Zukunft. Hier empfiehlt sich ein Gang zum:r Versicherungsberatenden, um alle Hürden des Antrags zu meistern.

Jährlich werden etwa 200.000 bis 300.000 Menschen in Deutschland berufsunfähig. Nach der Statistik der Deutschen Rentenversicherung tragen Menschen zwischen 51 und 60 Jahren das höchste Risiko: Die Wahrscheinlichkeit liegt hier bei 53 Prozent. Die Höhe der Berufsunfähigkeitsrente hängt von den vereinbarten Leistungen ab und sollte idealerweise 70 bis 80 Prozent des Nettoeinkommens abdecken. Eine Berufsunfähigkeitsversicherung kannst du ohne Probleme auch mit 50 noch abschließen. Allerdings gelten in diesem Alter dieselben Kriterien wie bei jüngeren Antragstellenden: Du solltest möglichst gesund sein und keinen Risikoberuf ausüben.

Versicherungen prüfen

Im Laufe deines Lebens solltest du immer wieder prüfen, ob die abgeschlossenen Versicherungen noch passen. Verschiedene Lebenssituationen verlangen nach verschiedenen Versicherungen. Bist du Single oder hast du Familie? Wohnst du mit jemandem zusammen oder allein? Geburt, Hochzeit oder Hausbau verändern auch die Risiken. Wer Versicherungen besitzt, sollte regelmäßig prüfen, ob die Leistungen der abgeschlossenen Versicherung noch zeitgemäß sind.

Generell gilt: Bevor du dich für eine Versicherung entscheidest, solltest du stets mehrere Vergleichsangebote einholen. Waren früher hauptsächlich Versicherungsvertretende die wichtigsten Ansprechpartner:innen, ist es inzwischen für jeden sehr leicht, die Angebote im Internet zu vergleichen. Viele der preiswerten Online-Versicherungen sind dann jedoch auch im Schadensfall nur per E-Mail oder Telefon erreichbar.

Zu besseren Konditionen wechseln

Neuere Angebote haben oft auch bessere Konditionen. Bei Vergleichsportalen im Internet, etwa bei www.tarifcheck.de, www.check.24.de, www.financescout24.de oder www.verivox.de/versicherungen, kannst du preiswerte Versicherungen finden. Die Konditionen sind in den Versicherungsbedingungen (AVB) als Rahmenbedingungen der Verträge meist vorgegeben. Wenn du Versicherungen jährlich statt monatlich oder im Quartal bezahlst, sparst du Mehrkosten.

Finanztip hat im Jahr 2022 errechnet, dass die Mehrkosten bei monatlicher Zahlweise im Durchschnitt bei rund 10 Prozent liegen. Bei Zahlung pro Quartal waren es im Schnitt 8 Prozent, bei halbjährlicher Zahlung rund vier Prozent mehr.

Kfz-Versicherung jährlich prüfen

Wer ein Auto hat, kann beim Wechsel von einer teuren zu einer günstigeren Versicherung viel Geld sparen. Wenn deine Kfz-Versicherung zum Ende des Jahres abläuft, kannst du spätestens zum 30. November kündigen. Kurz vorher gibt es hier die besten Schnäppchen. Vergleichen lohnt sich! Kündigen kannst du auch bei Beitragserhöhung, Fahrzeug- oder Halterwechsel.

Zwingend vorgeschrieben ist nur die Haftpflichtversicherung. Wer ohne Kfz-Haftpflicht Auto fährt, macht sich strafbar. Es empfiehlt sich eine Haftpflicht mit möglichst unbegrenzter Deckung, denn im Straßenverkehr können Schäden schnell hunderttausende Euro erreichen. Dazu kommen eventuell eine Teilkasko auf freiwilliger Basis oder – wenn das Auto neuer ist oder besonders teuer war – die Vollkaskoversicherung. Kasko-Versicherungen dienen zur Regulierung von Schäden am eigenen Wagen.

Versicherungen für Hausbesitzer:innen und Mieter:innen

Hausbesitzer:innen sollten ihre Immobilie gegen Naturgefahren absichern. Eine Wohngebäudeversicherung deckt Schäden durch Sturm, Hagel, Feuer und Blitzschlag ab. Wenn du finanziell von dir abhängige Personen hast, die du bei deinem Tod absichern willst, kannst du eine Risikolebensversicherung abschließen. Hundebesitzer:innen benötigen eine Tierhalterhaftpflicht-Versicherung. Wenn du häufiger ins Ausland fährst, ist eine Auslandskrankenversicherung sinnvoll.

Kann-Versicherungen

Als eine Kann-Versicherung gilt die Hausratversicherung. Sie zahlt etwa, wenn jemand in deine Wohnung einbricht oder diese abbrennt. Wenn die Kund:innen die Versicherungssumme gemäß der Wohnungsgröße abschließen, gilt der Unterversicherungsverzicht. Die versicherte Summe gilt dann auf jeden Fall in voller Höhe als vereinbart. Wer in der eigenen Wohnung eine höherwertige Ausstattung hat, kann natürlich auch eine größere Summe versichern.

Als weitere Kann-Versicherungen gelten unter anderem Rechtsschutzversicherungen, Dentalzusatzversicherungen und die private Unfallversicherung.

Zweckmäßig versichert?

Laut Finanztip gibt es aber auch Versicherungen, die Expert:innen in vielen Fällen für entbehrlich halten. Dazu gehören Handy-, Brillen-, Reisegepäck- und Tierkrankenversicherungen sowie die Insassen-Unfallversicherung. Auch vor Restschuldversicherungen beim Abschluss eines Kreditvertrags wird gewarnt, weil sie Kredite unnötig verteuern. Von Glas-, Sterbegeld- und privaten Arbeitslosenversicherungen raten Verbraucherschützende ebenfalls ab. Extra-Geräteversicherungen lohnen sich nur bei sehr teuren Anschaffungen.

Einfach kündigen

Willst du eine Versicherung kündigen, kannst du das ganz einfach über den Kündigungsbutton auf der Website des Versicherungsunternehmens machen. Seit Juli 2022 müssen Unternehmen einen Kündigungsbutton zur Verfügung stellen, der leicht zugänglich auf der Website zu finden sein soll. Nach der Kündigung über den Kündigungsbutton erhältst du eine elektronische Eingangsbestätigung per E-Mail.

Im Netz findest du ebenfalls aktuelle, spezielle Empfehlungen zu allen Versicherungsarten, etwa unter www.test.de/versicherungen. Du kannst für mehr Informationen auch Finanzzeitschriften lesen oder Ratgebersendungen verfolgen.