Wenn KI einkaufen geht: Was Verbraucher wirklich über Agentic Commerce denken
- Riverty und Adyen führen repräsentative Verbraucherumfrage in Deutschland zu vollständig KI-gesteuerten Einkäufen durch
- 93 Prozent der Deutschen möchten Einkaufsentscheidungen der KI jederzeit einsehen oder stoppen können
- Begrenzte Autonomie: Die meisten Befragten möchten automatische Ausgaben von höchstens 50 Euro – Ältere machen dabei den größten Anteil aus
Künstliche Intelligenz verändert den Handel grundlegend. KI-Agenten übernehmen Aufgaben, die bisher Menschen erledigen: Sie suchen, vergleichen, wählen aus und tätigen Zahlungen – und das selbständig. Während Verbraucher alltägliche Aufgaben und Besorgungen auslagern können, eröffnet sich für Händler ein neuer Kanal. Wie viel Budget die deutschen Verbraucher einer KI für autonome Einkäufe anvertrauen würden und wie sie zum agentenbasierten Handel stehen, haben der Finanzdienstleister Riverty und die Finanztechnologie-Plattform Adyen in einer aktuellen Umfrage analysiert.
Kunden streben nach Komfort – aber nicht auf Kosten der Handlungsfreiheit
Die Hälfte der Befragten würde KI-Agenten ein monatliches Ausgabenlimit von bis zu 50 Euro einräumen, weitere 24 Prozent bis zu 100 Euro und 15 Prozent bis zu 250 Euro. Beim niedrigsten Ausgabenlimit dominiert eindeutig die älteste befragte Gruppe der 55- bis 65-Jährigen, bis 100 Euro die Gen Z (18- bis 24-Jährige) und bis 250 Euro die 25‑ bis 34-Jährigen. Insgesamt zeigt sich, dass Verbraucher der Technologie derzeit nur begrenzte Autonomie zugestehen: So möchten 93 Prozent der Deutschen KI-Einkaufsentscheidungen jederzeit einsehen oder stoppen können. Fast die Hälfte wünscht, dass ein Mensch bei allen Einkäufen die finale Kaufentscheidung bestätigt. Wobei Frauen (53 Prozent) dies stärker als Männer (44 Prozent) befürworten. Insgesamt hält die Mehrheit der Deutschen eine Bestätigung besonders bei teuren oder sensiblen Käufen für notwendig.
Mit Blick auf die Produktkategorien würden sich Nutzer bisher bei Unterhaltungsartikeln (63 Prozent) am wohlsten fühlen, gefolgt von Elektronik und Gadgets sowie Lebensmitteln (je 60 Prozent). Bei Kinderspielzeug sowie Schönheits- und Gesundheitsprodukten bestehen noch die größten Zweifel. Händler sollten daher je nach Kategorie gezielte Maßnahmen ergreifen – insbesondere bei sensiblen Produkten.
Emotionen wie Skepsis und Kontrollverlust dominieren beim KI-Shopping
Die dominierenden Gefühle der Deutschen gegenüber KI-gestütztem Einkaufen sind derzeit Skepsis (46 Prozent) und Kontrollverlust (44 Prozent), begleitet von Neugier (33 Prozent) und Angst (26 Prozent). Neugier ist besonders bei den 25- bis 34-Jährigen ausgeprägt. Aufgrund der noch bestehenden Skepsis spielt vor allem Transparenz im Agentic Commerce eine bedeutende Rolle: 79 Prozent der Befragten geben an, dass klare Informationen darüber, wie eine KI ihre Daten verwendet und Kaufentscheidungen trifft, ihr Vertrauen stärken würden.
Zudem bevorzugen Verbraucher beim Einkaufen mit KI tendenziell bekannte Marken gegenüber anonymen Plattformen: 34 Prozent der Befragten geben an, dass sie meistens eher bekannte Marken wählen würden.
„Unsere Umfrage zeigt: Verbraucher wünschen sich beim KI-Einkauf vor allem Vertrauen, Kontrolle, Transparenz und Vorhersehbarkeit. Bekannte Marken werden meist bevorzugt, da Vertrautheit das wahrgenommene Risiko senkt. Doch Vertrauen entsteht nicht automatisch – Händler müssen Verantwortung für Zahlung, Lieferung und Service übernehmen und klar kommunizieren, wie KI eingesetzt wird. Nur so kann das Vertrauen nachhaltig gestärkt werden“, kommentiert Hella Fuhrmann, Country-Managerin DACH bei Adyen.
Rechnung oder Buy Now, Pay Later steigern das Vertrauen im Agentic Commerce
Beim KI-gesteuerten Einkauf tendieren Verbraucher eher zu Zahlungsmethoden, die ihnen ein Gefühl der Kontrolle vermitteln. Mehr als 55 Prozent würden deshalb beim KI-Kauf der Zahlungsmethode auf Rechnung am meisten vertrauen – auch hier überwiegt der Anteil der Frauen deutlich. Mit großem Abstand folgen Kreditkarte und Lastschrift mit jeweils 13 Prozent. Insgesamt gaben 70 Prozent der Befragten an, dass der Rechnungskauf oder Buy Now, Pay Later ihr Vertrauen in automatisierte Käufe erhöhen würde. Händler sollten daher flexible Zahlungsmöglichkeiten anbieten, die auf den neuen Kanal zugeschnitten sind.
„Verbraucher lehnen KI-Shopping nicht ab. Sie lehnen Unsicherheit ab. Zahlungsmodelle, die Überprüfungen und Reklamationen ermöglichen, können das Vertrauen stärken – aber nur, wenn sie mit Transparenz und Kontrolle einhergehen“, kommentiert Alexander Scheibel, Product Development Lead BNPL bei Riverty.
Über die Umfrage
Die Umfrage wurde vom 03.12.2025 bis 04.12.2025 unter 1.000 Befragten in Deutschland über das Umfrageinstitut Appinio durchgeführt. Befragt wurden jeweils 500 Frauen und Männer.
Über Riverty
Riverty, das Fintech von Bertelsmann, unterstützt tausende Händler:innen und über 28 Millionen Verbraucher:innen mit der Abwicklung von mehr als 80 Millionen Transaktionen pro Monat. Ob flexible Zahlungen, Forderungsmanagement oder intelligente Buchhaltungslösungen, mit innovativen Finanzdienstleistungen befähigt Riverty Unternehmen und Konsument:innen. Mit einem engagierten Team von über 4.000 Mitarbeitenden in elf Ländern in Europa und Nordamerika ist Riverty einer der führenden Anbieter umfassender Finanzlösungen.