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Schritt für Schritt: Wie du deine Rentenlücke erkennst und angehst

Ohne finanzielle Sorgen in den Ruhestand zu gehen - ein Traum, den viele Menschen verfolgen. Um diesen Traum zu verwirklichen, muss man allerdings der Realität ins Auge blicken und sich Folgendes fragen: Wie viel Geld brauche ich eigentlich im Ruhestand und wie viel Geld werde ich später erhalten? Deine Rentenlücke zu kennen, kann dir bei der Beantwortung dieser Fragen helfen. Um zu erfahren, wie groß deine Rentenlücke ist, musst du diese errechnen und mit gezielten Maßnahmen angehen. Wie das alles genau funktioniert, erklären wir dir heute.

Redaktions-Team | Apr. 3, 2024 4 min
Ein Vater und sein Sohn laufen glücklich Arm in Arm an einem sonnigen Tag auf einem Gehweg

Was ist die Rentenlücke eigentlich?

Die Rentenlücke ist die Differenz zwischen dem Einkommen, das du während deines Ruhestandes benötigst, und dem Betrag, den du voraussichtlich aus verschiedenen Quellen, wie der gesetzlichen Rente, Sozialversicherungsleistungen und anderen Ersparnissen, erhalten wirst. Mit anderen Worten: die Rentenlücke zeigt den finanziellen Unterschied zwischen dem, was du für einen komfortablen Lebensstandard im Ruhestand benötigst, und dem, was du tatsächlich zur Verfügung hast.

Erkenne und errechne deine Rentenlücke

Im ersten Moment klingt es kompliziert, die eigene Rentenlücke zu errechnen – aber keine Sorge! So schwer ist das gar nicht. Mit den folgenden drei Schritten kannst du deine Rentenlücke berechnen:

Schritt 1: Einnahmen durch die gesetzliche Rente

Die gesetzliche Rente stellt deine Einnahmen dar. Doch woher weißt du, wie hoch deine zukünftige gesetzliche Rente sein wird? Diese Frage beantwortet dir deine Renteninformation, die du ab dem Alter von 27 Jahren nach 5 Jahren Arbeit in Anstellung per Brief erhältst. Falls du noch jünger bist oder noch keine 5 Jahre als angestellte Person gearbeitet hast, kannst du diese Informationen auch bei der Deutschen Rentenversicherung anfordern. Folgende Punkte findest du in deiner Renteninformation:

  • Dein Renteneintrittsdatum
  • Deinen Rentenanspruch bei voller Erwerbsminderung
  • Deinen erarbeiteten Rentenanspruch
  • Aktuelle Hochrechnung deiner voraussichtlichen Rente 

Aus der Renteninformation erfährst du, mit welchem Einkommen du im Ruhestand rechnen kannst. 

Schritt 2: Ausgaben im Ruhestand

Jetzt musst du die Ausgaben ermitteln, die du im Ruhestand haben wirst. Diese Berechnung ist etwas kniffliger, denn deine zukünftigen Ausgaben kannst du nur ungefähr abschätzen. Verschaffe dir am besten einen Überblick über deine derzeitigen Ausgaben. Dabei kann dir ein Haushaltsbuch helfen. Eine kostenlose digitale Version eines Haushaltsbuchs ist die Riverty Back in Flow App. Sie gibt dir auf Knopfdruck eine klare Übersicht über deine Ausgaben. Du musst nur dein Bankkonto mit unserer App verbinden und diese teilt deine Ausgaben dann automatisch in 23 Kategorien ein. Cool, oder? Achte bei der Ermittlung deiner Ausgaben insbesondere auf Ausgaben wie Miete, Lebensmitteleinkauf, den Handyvertrag, Versicherungen, Streaming-Abos und Kleidung. Wenn du all deine Ausgaben ausgerechnet hast, kennst du ihre derzeitige Höhe, allerdings noch nicht den zukünftigen Betrag. Jetzt musst du dir überlegen, wie viel Geld du ungefähr im Ruhestand ausgeben wirst. Wichtig ist, dass du dabei ehrlich und realistisch bist.

Schritt 3: Einbeziehung der Inflation

Bei der Berechnung deiner Rentenlücke musst du auch die Inflation miteinbeziehen. Sowohl deine Rente als auch deine Ausgaben können aufgrund der Inflation zukünftig höher ausfallen. Mit dem Inflationsrechner von Finanzfluss kannst du ganz einfach ausrechnen, wie hoch deine Rente und deine Ausgaben in Zukunft sein werden.

Schließe deine Rentenlücke

Jetzt ist es an der Zeit, die Rentenlücke zu schließen. Grundsätzlich kannst du deine Rentenlücke schließen, indem du neben deiner gesetzlichen Rente auch weitere Möglichkeiten ausschöpfst. Es gibt verschiedene Alternativen, die du nutzen kannst, um für dein Alter vorzusorgen.

1. Nutze die betriebliche Altersvorsorge

Die Altersvorsorge in Deutschland besteht aus drei Säulen: 1. Die gesetzliche Rente. 2. Die betriebliche Altersvorsorge. 3. Die private Altersvorsorge. Die zweite Säule, die betriebliche Altersvorsorge (bAV), ist eine freiwillige Zusatzrente, bei der Arbeitnehmer:innen einen Teil ihres Bruttolohns direkt in die betriebliche Altersvorsorge investieren. Bei der bAV musst du tatsächlich nicht viel machen. Die Arbeitgeber:innen bieten die Anlageform der bAV an und sie kümmern sich auch darum, dass ein Teil deines Bruttogehalts direkt in die betriebliche Altersvorsorge wandert.

2. Nutze die private Altersvorsorge

Bei der privaten Altersvorsorge kümmerst du dich selbstständig um einen Ansparvorgang. Am besten verfolgst du dabei eine ausgewogene Anlagestrategie, die sowohl Renditepotenzial besitzt als auch ein angemessenes Risiko hat. Es ist auch von Vorteil, wenn du langfristig investieren kannst. Um all diese Aspekte miteinander zu kombinieren, empfehlen wir dir die Investition in ETFs. ETF steht für Exchange-Traded Fund. Auf Deutsch bedeutet dies so viel wie börsengehandelter Indexfond. Ein ETF bildet einen Index, wie den Dax, den Deutschen Aktienindex, oder den MSCI World ab. Wenn du beispielsweise in den MSCI World investierst, investierst du in circa 1.600 der erfolgreichsten Unternehmen weltweit, wodurch du das Risiko streust. Zudem hatte der MSCI World eine Durchschnittsrendite von rund 7 % bei einem Investitionszeitraum von 15 Jahren. Wie du siehst, handelt es sich hierbei um eine ausgewogene Anlagestrategie.

3. Immobilieninvestitionen

Immobilien können eine attraktive Anlagemöglichkeit darstellen, da sie beispielsweise durch Mietzahlungen eine potenzielle und regelmäßige Einkommensquelle sein können. Zudem können die Eigentümer:innen die Immobilie auch wieder verkaufen und dadurch an eine einmalige Zahlung gelangen. Allerdings erfordert der Kauf einer Immobilie eine hohe Summe, die zu hohen Schulden führen kann. Außerdem müssen sich die Eigentümer:innen der Immobilie darum kümmern, dass diese immer in gutem Zustand ist und die gesetzlichen Auflagen erfüllt. Letztlich ist auch zu bedenken, dass es dazu kommen kann, dass die Immobilie leer steht und folglich keine Einnahmequellen bietet. Schließlich bietet die Investition in Immobilien sowohl Vorteile als auch Nachteile, die man mit Bedacht abwägen muss.

4. Kenne deine Ziele

Bei deiner Finanzplanung ist es wichtig, dass du deine Ziele kennst. Wie viel Geld möchtest du in den nächsten Jahren oder Jahrzehnten ansparen? Gibt es noch weitere finanzielle Ziele neben deiner Rente, die du erreichen möchtest? Arbeite auf deine Ziele hin und analysiere, wie viel Geld du sparen oder investieren musst, um an dein Ziel zu gelangen.

5. Vergiss den Notgroschen nicht

Ein Notgroschen ist ein Muss, denn unvorhergesehene Ereignisse können jeden Menschen treffen. Achte also darauf, dass du monatlich auch etwas Geld für solche Ereignisse zur Seite legst. Ein optimaler Notgroschen wäre das Zwei- bis Dreifache deines Nettogehaltes. Spare aber nur so viel, wie dir finanziell möglich ist. Jeder Euro zählt.

Die Rentenlücke kann eine Herausforderung sein, doch mit einer sorgfältigen Planung und Vorbereitung kannst du dich dieser Herausforderung stellen. Indem du deine Rentenlücke erkennst, errechnest und mit gezielten Maßnahmen angehst, kannst du deine finanzielle Sicherheit im Alter bewahren. Falls du dich unsicher fühlst, wie du deine Rentenlücke ausrechnest und wie du sie gezielt angehst, kannst du dich von qualifizierten Finanzberater:innen unterstützen lassen. Zögere nicht und frag nach Hilfe, wenn du sie brauchst, denn deine Rente ist ein wichtiges Thema und je früher du die ersten Schritte gehst, desto besser.